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Der schnelle Weg zum Tiny House

Lesezeit: 5 Minuten

Ein Wohnwagen für uns!

Die Idee zu einem Wohnwagen war nach dem letzten Sommerurlaub geboren. Jedes Jahr waren wir an einem wunderschönen Fleckchen in Europa und wohnten in einer der Hütten bzw. Bungalows des Feriencamps mit Blick auf das Meer und Palmen um uns.

Klar, die Lage war nicht die Günstigste. Aber der Blick und das Rauschen des Meeres waren für uns der Knaller. Unser Lieblingsdomizil wurde von Jahr zu Jahr teurer und im letzten Urlaub, war die eigentlich frische Bettwäsche dreckig und zerrissen. Das ausklappbare Sofa ließ sich über eine ganze Woche trotz Reparatur nicht ausklappen, zudem war das ausziehbare Sofa voller Sand und irgendwie hat es uns da gereicht!

Ein weiterer, für uns wichtiger, Punkt wir wünschten uns eine Veränderung grundsätzlich. Wir lieben das Leben in der Natur, die Luft und am liebsten am Wasser und in der Nähe der Berge, wollen aber das Leben in der Stadt nicht aufgeben. Kennt ihr so was?

Ständig zwei Herzen in einer Brust, beides liebend, aber bislang war es zusammen nicht möglich. Da war die Blitzidee mit einem Wohnwagen geboren, den wollten wir an einen zauberhaften Platz am See stellen und an den Wochenenden dort sein und wenn der Urlaub ansteht mit unserem Wohnwagen in Europa reisen. Bis dahin der Traum. Freunde fanden die Idee verrückt, wie sollten wir in Süddeutschland noch einen bezahlbaren Platz finden. Wir glaubten an unsere Spitzenidee!

 

Campingplatz mit Blick auf die Alpen

Gesagt, getan. Ich hatte ein paar Campingplätze angeschrieben, ob für die kommende Saison noch ein Plätzchen für uns frei wäre. Der erste Platz, den wir uns angesehen hatten, war mitten im Naturschutzgebiet mit Blick auf die Berge und den See zu Füßen.

Ein absoluter Traum und alle Plätze, die wir uns danach ansahen, waren nicht nach unserem Geschmack nicht besser oder schöner. Unser Plätzchen war also gefunden. Der lieben Besitzerin des Campingplatzes konnten wir die Größenangaben unseres Wohnwagens noch nicht mitteilen, denn den gab es schließlich noch nicht. Ich kann es nicht anders beschreiben, aber ich wußte, dass wir innerhalb weniger Wochen unser mobiles Häuschen finden würden. 

 

Unser Wohnwagen

Mein Mann hatte ein neues Projekt und ging auf die Pirsch, begutachtete mehrere Wohnwägen. Das Technische stand bei ihm im Vordergrund und bei mir natürlich der Innenausbau. Wir wollten alles ohne “Gelsenkirchener Barock” und ein 3er Stockbett. 4 Wochen später war der Wohnwagen gefunden und kurz darauf abholbereit – yeah! Wir haben uns bei dem Kauf unseres Münsterland Cello 570 Arctic für einen Händler entschieden, das schien uns mit unserer Unerfahrenheit die bessere Variante. Was ich jedem empfehlen kann, der sich noch nicht so gut auskennt.

Da der Winter vor der Tür stand, waren gute Freunde so lieb und ermöglichten uns, den Wagen über die Zeit auf deren Gartengrundstück zu stellen, Strom gab es auch. Somit konnten wir während der Wintermonate die ersten Umarbeiten vornehmen.

 

Kaufkriterien des Wohnwagens

Bei der Auswahl des Caravans waren uns mehrere Dinge wichtig: Technisch sollte der Wohnwagen intakt sein und nicht ganz zu alt. Ein Stockbett, das Bad in der Nähe der Tür, eine geräumige Sitzmöglichkeit, 2,50 m Breite und Schranktüren die von außen eben waren. Damit sollte das Abschleifen einfacher sein.

Denn uns war im Vorfeld klar, wir wollen renovieren!

Also, ich wollte das. Bevor ich bei einem ziemlich kalten Winter die Chance hatte den Wohnwagen innen zu schleifen und zu streichen, habe ich mit anderen Dingen begonnen. Alles was mir nicht gefiel, habe ich bei ebay Kleinanzeigen verkauft. Angefangen von den Gardinen, Vorhängen, Lampen, Sitzpolster, Tagesüberzüge, Tisch, Matratzen und Ablagefächern, die mit Stoff überzogen waren.

Alles habe ich innerhalb von 2-4 Tagen verkauft. Ich konnte es nicht glauben. Damit hatten wir genügend Kleingeld um die verkauften Dinge neu und nach unserem Geschmack anzuschaffen. 

 

Mini Renovierung

Die Matratzen unserer Betten haben wir beim Schweden erstanden und ich muss rückblickend sagen, dass wir alle sehr gut darauf schlafen können. Wir haben auf eine spezielle Wohnwagen Matratze verzichtet, weil die abgerundeten Ecken die Matratzen unendlich teuer und kleiner machen.

Die Sitzpolster der Essecke habe ich aus zwei Rollmatratze mit einem elektrischen Bratenmesser geschnitten. Das war eine anstrengende Armarbeit.

Ich dachte, ich könnte ganz lässig durch einen Biskuit Teig schneiden mit meinem elektrischen Messer – Pustekuchen. Ständig bin ich verrutscht und genügend Druckkraft brauchte ich um einen Schnitt gerade hin zu bekommen. Mein Mann musste her.

Die Polsterbezüge habe ich genäht, Vorhänge vor die Kinderbetten und unserem Schlafgemach, sowie Gardinen für die Fenster durch die Nähmaschine gejagt. Somit sah unser Wagen schon mal etwas ansehnlicher aus. Aber die Wandfarbe und die Türklappen waren wirklich noch satt braun – für meinen Geschmack zu braun. Aber da musste ich mich noch gedulden.

Das Badezimmer haben wir nur minimal verändert, dort habe ich mich für eine florale Klebetapete entschieden, die war nicht so günstig, aber klebt bombenfest und wir finden sie mega schön.

Ich saß beim Anbringen zwar ewig davor, da jedes Mal an einer anderen Ecke der Wand eine Luftblase zum Vorschein kam, aber das Ergebnis ist spitze. Da empfehle ich einen Rakel und einen Cutter, damit war die Arbeit wesentlich einfacher. Falls doch die ein oder andere Luftblase auf der Tapete entsteht, könnt ihr einen kleinen Ritz in das Bläschen schneiden und mit dem Rakel alles glätten – Voilà!

 

Fünf Sätze zur Technik

Der Wohnwagen hat neben der Truma S 5002 Umluft Heizung eine Fußbodenheizung. Die war beim Kauf nicht aufgelistet, ist aber Bestandteil des Wohnwagens und funktioniert wie geschmiert.

Wir nehmen an, der Händler wollte dafür keine Garantie übernehmen. Mein Mann hat ein paar Panels eingebaut, damit einiges einfacher läuft, wie z.B. das Ablesen der Füllstände von Frischwasser und Abwasser. Ein Rauch- und Gasmelder, da ich ein kompletter Angsthase bin. Nachtlichter, die bei Bewegung in der Nacht sanft strahlen.

Mit diesem kleinen Make-over sind wir in den Faschingsferien in den ersten Campingurlaub gefahren. Beim ersten Mal haben wir uns gleich an das Wintercamping getraut. Ich wusste nicht wie verrückt diese Entscheidung war, denn jeder unserer Freunde hielt uns für absolut irre.

Es war aber mit Abstand das Gemütlichste, was ihr euch vorstellen könnt und das bei -20 Grad in der Nacht. All meine Panik, wie das mit dem Duschen funktionieren soll, besonders mit kleinen Kindern, ob es auch warm genug sei, ob ich klaustrophobische Anfälle bekomme, wohin mit den Winterklamotten, war innerhalb kürzester Zeit verflogen.

Es war toll, wirklich unproblematisch und sehr romantisch. Der Startschuß fürs Campen war für uns gegeben, dazu aber mehr in den weiteren Artikel über unsere Campingerfahrung.

 

 

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