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Surfen und Camping – am französischen Atlantik

Lesezeit: 10 Minuten

Die Atlantik Küste – Surfen und Camping am Meer

OK ich gebe zu, ich war noch nie vorher am Atlantik! Deshalb schoß mir letztes Jahr der Gedanke von Surfen und Camping am französischen Atlantik durch den Kopf. Jetzt können wir noch das Wellenreiten lernen… Und das geht ja nur am Meer – mit Wellen!


Bislang zog mich nichts, aber auch gar nichts dorthin. Gehöre ich doch zu den Mittelmeer Urlaubern. Da weiß ich, dass es im Sommer heiß ist und eine Beachbar in Reichweite. Regenschauer überraschen einen auch nicht am Mittelmeer.

Dem Wellenreiten weht ja ein ordentlicher Mythos vorweg. Ganz Australien scheint an den Wochenenden zu surfen. Die Australier machen nichts anderes, als mit den Brettern auf dem Wasser zu sein!

Ich dachte mir, dass es so schwer nicht sein kann!

Somit suchten wir nach einem Campingplatz. Der sollte möglichst direkt am Meer im geliebten Frankreich liegen. Mein Mann ist da nicht sehr flexibel…

Gesagt, getan. Wir hatten nach ein paar Recherchen einen Platz gefunden. Es war Anfang Januar und wir mussten feststellen, dass der Campingplatz, den wir buchen wollten nicht mehr frei war! What…? Wie denn das? Hallo…?

Und jetzt ehrlich. Die französische Riviera hatte bislang immer noch Platz! Auch kurzfristig gab es dort immer noch ein Plätzchen.

Ausgebucht! Das überraschte uns tatsächlich. Auch gegen Ende unseres Urlaubes gab es keine freien Plätze. Und ebenso nicht am Ende aller Sommerferien war kein Stellplatz auf den Campingplätzen am Atlantik zu finden. Von wegen spontan verlängern… Das konnte jetzt nicht wahr sein!

 

Campingplatz in Moliets Plage

Eine Alternative zu unserem Wunsch Campingplatz buchten wir dann im Januar. Wir erreichten mitten in den großen französischen Sommerferien den Campingplatz in Moliets et Maa. Der ca. 50 km oberhalb von Biarritz liegt .

Hammer Lage, direkt am Strand, kleiner Ort! Der Ort sah zwar im ersten Moment sehr nach Wellblechhütten aus, entpuppte sich aber als ganz chillig.

Bei der Zuteilung bzw. der Fahrt zum Stellplatz stockte meinem Mann dann doch der Atem. In der letzten Linkskurve zum Stellplatz vergaß er beim Kurvefahren vor lauter Begeisterung die Mauer und Dornenhecke linkerhand. Das Knirschen holte ihn aus dem Überraschungsmoment. Wir hatten einen Platz direkt auf der Düne!!! Etwas versteckt, nicht ganz einsehbar und schattig unter zwei Bäumen. WOW!!!

Der Wohnwagen hatte, Gott sei Dank, keinerlei bleibende Blessuren davon getragen.

Der Strand lag gefühlt direkt unter uns und das Meer (bevor wir zum Strand liefen) auch zu unseren Füßen. Ich muss wirklich sagen: Der Stellplatz war so mit das allergenialste Camping Erlebnis unserer bisherigen Campingzeit.

 

Surfkurs und Surfbretter

Die Kinder besuchten über eine der ortsansässigen Surfschulen einen Surfkurs. Dort lernten sie die wichtigsten Regeln und bekamen die besten Tipps wie sie auf dem Brett stehen konnten. In der anderen Zeit waren wir Eltern dran, das Aufgeschnappte zu üben.

Falls ihr das auch vorhabt, empfehle ich Euch den Kurs schon aus Deutschland zu buchen. Oder das schnellst möglichst nach Eurer Ankunft vor Ort zu tun. Es war nicht ganz einfach einen zeitlich passenden Kurs für uns zu finden.

Kurz vor dem Strand in Moliets sind auf dem großen Platz drei Surfschulen. Die Preise sind fast identisch. Ihr solltet bei der Anmeldung nur erwähnen, dass ihr evt. für Euch oder Kinder einen deutschsprachigen Lehrer benötigt.

Wir haben unsere eigenen Bretter auf dem Autodach mitgebracht. Die haben wir dann auch bei den ersten Surfversuchen ab und zu an den Kopf bekommen. Die Bretter waren KEINE Schaumstoffbretter, sondern ne harte Nummer. Unser Tipp, wenn ihr mit dem Surfen startet, nehmt Schaumstoffbretter. Die sind günstiger und bringen euch schneller ans Ziel.

Ich bin der Meinung mein Mann hat sich beim Rauspaddeln die unteren Rippen auf dem Board gebrochen. Denn er konnte drei Wochen danach nur seitlich aus dem Bett aufstehen und das mit Schmerzen. Aber nö auf gar keinen Fall gebrochen – Muskelkater drei Wochen – alles klar.

 

Und wars entspannt am Strand?

Wenn ich zurück blicke, war es für uns Anfänger eine riesige Erfahrung.

Unsere Große hatte den meisten Spaß. Die Kleine hielt sich in ihrer Freude dezent zurück. Das war den Wellen geschuldet, die über sie dann ab und zu rüberliefen. Ich stand auch mehrere Male happy auf dem Board. Ich glaube Marcus auch.

Es war ein toller Urlaub! Die Natur dort phänomenal und das Meer gewaltig. Die Sonnenuntergänge unbeschreiblich schön. Die Strände unendlich weit und ziemlich entspannte, angenehme Menschen, egal wo. Dennoch wird es zugegeben nicht meine Lieblingssportart. Mir ist die Zeit auf dem Brett zu kurz und die Arbeit bis ich aufs Brett komme einfach zu anstrengend. Eventuell war ich auch nicht so weg gebeamt wie einige andere.

Um so ein bisschen entspannte Stimmung zu haben, gehört es für mich dazu dann und wann am Strand in einer Bar zu sitzen. Ungern weiche ich mehrere Male am Tag mit Sack & Pack dem Wasser. Ihr solltet Euch überlegen, was ihr mit an den Strand nehmt! Den Weg magst du nicht zwei Mal gehen. Zumindest ist der Strand in Moliets durch die Tiefe und der Masse an Sand schon eine sportliche Aktivität, wenn ihr ins Nasse wollt.


Mit der Erfahrung hätten wir es aber wieder genauso gemacht. Wenn die Gegebenheiten euch nichts, aber auch gar nichts ausmachen, dann los! Eventuell einen Rucksack für den Marsch an den Strand einpacken und falls ihr einen Strandbollerwagen habt, ist der mit kleineren Kindern auch immens von Vorteil.

 

Mit Kindern am Strand

Ein großes Plus an dem Strand in Moliets ist der kleine See vor dem Meer. Wer mit kleinen Kindern dorthin reist, kann die Kinder nicht unbeaufsichtigt im Meer spielen lassen.

Unsere 6-jährige hatte ich unter Dauerbeobachtung. Da ist der See spitze. Der bildet sich jeden Tag aufs Neue und hat auch wärmere Temperaturen, als das Meer. Teilweise sahen wir auch einsame SUPer dort ihre Runden ziehen.

 

Gibt es Gefahren beim Surfen?

Das Meer auf dieser Höhe ist unberechenbar und wer darin badet oder surft, sollte ein guter Schwimmer sein. Auf Höhe des Campingplatzes sind keine Lifeguards am Strand. In der Zeit unseres Urlaubes, war der Helikopter im Dauereinsatz um Surfer im Meer zu suchen.

Wer also das erste Mal auf dem Brett steht, kommt an einem Surfkurs unserer Meinung nicht vorbei. Ihr lernt dort wie man die Wellen „lesen kann“, wo ihr in das Wasser könnt und wie ihr vor allen Dingen wieder an Land kommt. Oder wie man Zeichen gibt, falls ihr zu weit draußen seid und nicht mehr zurück kommt.

 

Campingplatz – Le Saint Martin ****

Ein paar Worte zum Campingplatz. Er hat eine tolle Größe, ca. 670 Stellplätze und 200 andere Unterkünfte. Der Platz ist in verschiedene Bereiche eingeteilt. Von der Landschaft hat uns der Platz super gefallen. Überall Sand, viele Bäume, Palmen und Hügel. Camping am Strand.

Es gibt genügend zentrale Waschhäuser. Diese sind mehr oder minder gut in Schuß. In den Sommerferien, kam es an den Duschen zur Rushhour zum Stau. Die Hygiene und Sauberkeit der Duschen und Waschbecken wird nicht so genau genommen, aber drüber konnten wir hinweg sehen.

An den Abenden findet teilweise Animation statt. Diese ist im vorderen Bereich des Platzes gut zu hören. Ein Stellplatz dort hätten wir nur mit Alkohol ertragen. Wir haben in unserer „Senke“ nichts mit bekommen.

Grundsätzlich sind die Plätze Richtung Strand definitiv schöner und größer. Teilweise rauscht das Meer unglaublich schön am Abend. Direkt hinter der Düne sind in erster Reihe zwei Surfcamps für Jugendliche.

Einige Bewertungen sagten, dass es laut wurde. Hm, das konnten wir überhaupt nicht nach vollziehen. Ab 22 Uhr war Ruhe, außer einer. Der hatte unglaublichen Husten und das über die gesamte Zeit. Ich hatte schlimmstes Mitgefühl…, mit all den anderen Zeltern.

 

Meine ehrliche Meinung zum Campingplatz?

Der Campingplatz an sich ist sehr groß. Wie überall, viele Mobilhomes. Dafür in die Jahre gekommene Sanitäranlagen, Pool und Wege. Wobei die Wege ja tendenziell egal sind und eigentlich zu der Strandlage passen.

Der Pool war für den Platz in der Preisklasse wirklich enttäuschend! Für die Poolgänger unter euch kein Highlight! Absolut veraltert und nicht mehr zeitgemäß. Das Wasser eiskalt und milchig – frage mich wie das geht. Nur eine Dusche die verrostet war und aus der ein Rinnsal kam. Die Liegen kaputt, der Zaun verrostet und gerissene Waschbeton Platten aus den 70ern in denen Teile fehlen. Wenn wir den Platz aufgrund des Pools kategorisieren müssten, käme er über „schlechtes Glückshotel“ nicht hinaus. Wir waren echt enttäuscht, das merkt ihr.

 

Einkaufen, Märkte und Supermärkte

Ein Supermarkt befindet sich außerhalb des Platzes und ist unsagbar teuer. Der Supermarkt in Moliets übertrifft sogar Schweizer Supermarkt Preise. Es geht, um morgens Baguette, Croissants oder eine Milch zu kaufen. Aber für einen Großeinkauf auf gar keinen Fall.

Dann müsst ihr das Auto nehmen. Super U, Spar, Leclerc sind die Namen der ortsansässigen Märkte. Das beste Preis-Leistungs Verhältnis und auch Auswahl hatten wir im Leclerc in Souston. Ca. 20 Min mit dem Auto. In Moliets selbst ist zwei Mal wöchentlich Markt, während der Hauptsaison. Der Markt ersetzt allerdings nicht den Besuch im Supermarkt.

 

Sonstige sportliche Aktivitäten

Wir hatten Räder mit dabei und das war bei der Weite des Platzes perfekt. Die naheliegenden Wälder sind ein unglaubliches schönes Ziel. Das ist Natur pur, satt, grün.

In der Nähe des Campingplatzes gibt es einen Reiterhof an der Hauptstraße Richtung Süden. Dort wird Reitunterricht angeboten, was wir aber nicht getestet haben.

Die Nachbarjungs sind gerne in einen Abenteuer Kletterpark gegangen. Klettern was das Zeug hält und das mit Adrenalin. Der Name des Parks hält, was er verspricht.

Weil der Campingplatz auch recht hügelig ist, können die Kinder auch Long- bzw. Skateboarden fahren.

Für die Golfer unter Euch, es gibt einen Golfplatz mit 27 Löchern ganz in der Nähe. 5 Minuten würde ich sagen. Der liegt eingebettet in einem grünen Kissen aus Moos. Ab und an stehen Bäume wie grüne Streichhölzer um das Green. Die Löcher 13-16 haben direkten Blick auf den Atlantik. Das ist ein absolutes WOW Gefühl. Nicht, dass ich aktiver Golfer wäre, aber mein ältester Freund, ein Golfer, sagte mir das.

Auf dem Campingplatz selbst wird Yoga, Wasserball und Gymnastik angeboten. Ich bin nicht der AnimationTyp und kann das Angebot des Platzes nicht einschätzen, aber es gibt was. Wobei Wasserball in dem Pool, naja.

 

Ausflugsziele -was gibts in der Nähe?

In der Nähe gibt es sehr viel zu sehen. Hossegor, Biarritz, San Sebastian, die Dune di Pilat ist auch nicht all zu

weit weg. Habt ihr bestimmt schon alles einmal gehört. Bordeaux liegt auch noch in erreichbarer Nähe. …

 

Hossegor – Surfer Head Quarter

Hossegor ist ein cooles kleines Städtchen mit ganz netten Cafés und Geschäften.

Wenn ihr auf dem Weg dorthin sein, müsst ihr einen Besuch in dem versteckten Surfklamotten Mekka östlich von Hossegor einplanen. Absolut crazy wie viel Läden dort sind.

Billabong, Rip Curl, QuickSilver… jede erdenkliche Marke. Und drum herum schöne Locations für einen Café oder köstliches Essen. Dort gab es alle Arten von Bowls und organic ICE Cream. Es erinnert mich an Posts aus Australien – aaah ja, da waren sie wieder die australischen Surfer…

 

Biarritz – eine französische Strandperle

Biarritz ist ein schnuckeliges Städtchen mit traumhaften Felsen am Strand. Die Stadt liegt genial auf einem Hügel an der Küste.

Eine kleine sympathische Stadt mit Flair. Toll gelegen, alt eingesessene Einkaufsviertel mit vielen schönen Möglichkeiten einen Cafe zu trinken und auf das Meer zu schauen. Wirklich schön!

Direkt in der Innenstadt am Strand laufen riesige Wellen rein. Ein richtiges Spektakel. Surfer, Schwimmer und Sonnenanbeter genießen dort die einmalige Atmosphäre.

 

San Sebastián – die spanische Trendstadt

San Sebastián ist ca 1,5 Std von Moliets entfernt. Holà du bist in Spanien. Diese Stadt ist laut, temperamentvoll, gewaltig und größer als Biarritz.

San Sebastián soll den schönsten Stadtstrand haben. Aha, dachte ich mir? Dort gibt es 2 große Stadtstrände. Richtung Wasser über die Brücke rechts gibt es den Strand für die Surfer. Linker Hand ist dann der ruhigere Stadtstrand, direkt neben einem kleinen Hafen. Dort ist auch das phänomenale Meeresaquarium.

 

In San Sebastián laufen in der Innenstadt neben den Anzug tragenden Geschäftsleuten immer mal wieder Surfer/innen mit Board unter dem Arm barfuß an dir vorbei. Irgendwie anders und ein schönes Bild!

Im Hafen rechter Hand gibt es die Meile der alteingesessenen Restaurants. Sie sind puristisch, schön und das Essen sehr lecker. Das hat mir ganz besonders gefallen.

 

Mein Résumé – Surfen und Camping am französischen Atlantik

Die Zeit verging irre schnell. Die Natur ist atemberaubend schön.

Zum Wellenreiten und Campen kann ich mir keinen näher gelegenen Platz am Strand vorstellen. Mir war der Platz nur aufgrund seiner Lage – direkt am Strand – zu teuer. Die Sanitäranlagen gehören überholt. Genauso wie der unsägliche Poolbereich, bitte mal renovieren.

Die Camper am Platz fand ich phänomenal und seeeehr angenehm.

Wir kommen sicherlich wieder. Auf jeden Fall an den Atlantik.

Aber im nächsten Sommerurlaub hätte ich gerne wärmere Abende ohne Jacke. Vielleicht die Chance auch mal am Strand den Tag über liegen zu bleiben. Und das ohne Flucht vor dem Wasser. Ich hätte auch nichts dagegen den Tag an einem Pool ausklingen zu lassen. Wie war das mit der französischen Riviera?

 

Rechtliches:

Keine bezahlte Werbung, keine Kooperation.

 

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