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Surfen und Camping – französische Atlantik Küste

Lesezeit: 8 Minuten

Die Atlantik Küste – Surfen und Camping am Meer

OK ich gebe zu, ich war noch nie vorher am Atlantik! Letztes Jahr schoß mir aber der Gedanke von Surfen und Camping durch den Kopf, dass wir jetzt das Surfen noch lernen können und das geht ja nur am Meer mit Wellen.

Bislang zog mich nichts, aber auch gar nichts dorthin. Gehöre ich doch zu den Riviera Urlaubern. Da weiß ich, dass es im Sommer am Mittelmeer warm ist und ich nicht mit einem Regenschauer überrascht werden kann.

Den Surfern weht ja ein ordentlicher Mythos vorweg. Alle möglichen australische Bewohner scheinen an den Wochenenden nichts anderes zu machen, als zu surfen.

Ich dachte mir, so schwer kann das nicht sein!

Somit begab ich mich auf die Suche nach einem Campingplatz,  möglichst direkt am Meer im geliebten Frankreich. Gesagt getan, wir hatten nach ein paar Recherchen einen Platz gefunden, es war Anfang Januar und wir mussten fest stellen, dass der Campingplatz, den wir buchen wollten nicht mehr frei war. What? Wie denn das? Hallo?

Und jetzt ehrlich, die Riviera hatte bislang immer noch Platz, wenn auch kurzfristig, aber es gab immer noch ein Plätzchen.

Wie sich auch später heraus stellte, war das gegen Ende unseres Urlaubes und auch Ende aller Sommerferien immer noch so. Von wegen spontan verlängern. Gut mit der Länge des Wohnwagens ist es nicht ganz einfach spontan zu sein, aber das konnte nicht wahr sein!

 

Campingplatz in Moliets Plage

Eine Alternative zu unserem Wunsch Campingplatz buchten wir – im Januar wohl gemerkt. Wir erreichten mitten in den französischen Sommerferien den gebuchten Campingplatz in Moliets – ca. 50 km oberhalb von Biarritz .

Hammer Lage, direkt am Strand, kleiner Ort. Der Ort sah zwar im ersten Moment sehr nach Wellblechhütten aus, entpuppte sich aber als ganz chillig.

Bei der Zuteilung bzw. der Fahrt zum Stellplatz stockte meinem Mann so der Atem, dass er bei der Linkskurve die Mauer und Dornenhecke vergaß, bis ihn ein Knirschen aus dem Überraschungsmoment holte. Wir hatten einen Platz direkt auf der Düne, etwas versteckt, nicht ganz einsehbar und das mitten auf dem Sandberg. WOW!!!

Der Wohnwagen hatte Gott sei Dank keinerlei Blessuren davon getragen, die nicht durch das Polieren weg gingen.

Der Strand lag gefühlt direkt unter uns und das Meer (bevor wir zum Strand liefen) auch zu unseren Füßen. Ich muss wirklich sagen, der Stellplatz war so mit das Allergenialstecampingerlebnis unserer bisherigen Campingzeit.

 

Surfkurs und Surfbretter

Die Kinder besuchten über eine der ortsansässigen Surfschulen einen Surfkurs, lernten die wichtigsten Begriffe, Regeln und wie man auf dem Brett steht. In der anderen Zeit waren wir Eltern dran.

Falls ihr das auch vorhabt, empfehle ich Euch entweder aus Deutschland den Kurs zu buchen oder das schnellst möglichst nach Eurer Ankunft zu tun. Es war schwer einen Kurs für uns zu finden.  Kurz vor dem Strand sind auf dem großen Platz 3 Surfschulen, die Preise sind fast die selben. Ihr solltet bei der Anmeldung nur erwähnen, dass ihr evt. für Euch oder Kinder einen deutschsprachigen Lehrer benötigt.

Wir kauften im Vorfeld Bretter, die wir bei den ersten Versuchen immer wieder an den Kopf bekamen oder vors Schienbein. Die Bretter waren KEINE Schaumstoffbretter sondern ne harte Nummer.

Ich bin der Meinung mein Mann hat sich beim Rauspaddeln die unteren Rippen auf dem Board gebrochen, denn er konnte 3 Wochen danach nur seitlich aus dem Bett aufstehen und das mit Schmerzen. Aber nö auf gar keinen Fall gebrochen – Muskelkater 3 Wochen – alles klar.

 

Und wars entspannt am Strand?

Wenn ich zurück blicke, war es für uns Anfänger eine riesige Erfahrung. Unsere Große hatte den meisten Spaß, unsere Kleine hielt sich in ihrer Freude dezent zurück. Ich stand auch mehrere Male happy auf dem Board, ich glaube Marcus auch.

Es war ein toller Urlaub, die Natur dort phänomenal, das Meer gewaltig und die Sonnenuntergänge unbeschreiblich schön. Die Strände unendlich weit und ziemlich entspannte, angenehme Menschen egal wo. Dennoch wird es nicht meine Lieblingssportart. Mir ist die Zeit auf dem Brett zu kurz und die Arbeit bis ich aufs Brett komme einfach zu anstrengend. Eventuell war ich auch nicht so weg gebeamt wie einige andere.

Um so ein bisschen entspannte Stimmung zu haben, gehört es für mich dazu am Strand mal an einer Bar zu sitzen, den Tag nicht mehrere Male mit Sack und Pack dem Wasser zu weichen. Du solltest dir auch genau überlegen, was du mit an den Strand nimmst, den Weg zurück magst du nicht 2 mal gehen. Zumindest ist der Strand in Moliets durch die Tiefe und der Masse an Sand schon eine sportliche Aktivität, wenn ihr ins Nasse wollt.

Wenn ihr das aber alles schon vorher wisst und es euch nichts, aber auch gar nichts ausmacht, dann los.

 

Mit Kindern am Strand

Ein großes Plus an dem Strand in Moliets ist der See, vor dem Meer. Wer mit kleinen Kindern dorthin reist, kann die Kinder nicht unbeaufsichtigt am Fluss oder im Meer spielen lassen.

Selbst unsere 6 jährige hatte ich unter Dauerbeobachtung. Da ist der See spitze, der bildet sich jeden Tag aufs Neue und hat auch wärmere Temperaturen, als das Meer. Teilweise sahen wir auch einsame SUPer dort ihre Runden ziehen.

 

Gibt es Gefahren beim Surfen?

Das Meer auf dieser Höhe ist unberechenbar, wer darin badet oder surft, sollte ein guter Schwimmer sein. Auf Höhe des Campingplatzes sind keine Lifeguards am Strand. In der Zeit unseres Urlaubes, flog der Helikopter mehrere Male aufs Meer um Schwimmer zu suchen.

Wer also das erste Mal auf dem Brett steht, sollte unbedingt einen Kurs besuchen, da ihr dort lernt wie man die Wellen lesen kann, wo ihr ins Wasser könnt und wie ihr wieder an Land kommt oder wie man Zeichen gibt, falls ihr zu weit draußen seid.

 

Campingplatz – Le Saint Martin ****

Ein paar Worte zum Campingplatz. Er hat eine tolle Größe ca. 670 Stellplätze und 200 andere Unterkünfte. Der Platz ist in verschiedene Bereiche eingeteilt. Überall gibt es zentrale Waschhäuser, die mehr oder minder gut in Schuß sind. In den Sommerferien, kam es an den Duschen zum Stau, auch wird die Hygiene und Sauberkeit der Duschen und Waschbecken nicht so genau genommen, aber drüber hinweg sehen.

An den Abenden findet teilweise Animation statt, die über den gesamten Platz gut zu hören ist.  Wir haben in unserer Senke nichts mit bekommen.

Grundsätzlich sind die Plätze vorne Richtung Strand definitiv schöner und größer. Teilweise rauscht das Meer unglaublich schön am Abend. Direkt hinter der Düne, also noch vor den Stellplätzen sind 2 Surfcamps.

Einige Bewertungen sagten, dass es laut wurde. Hm das konnten wir nicht ganz nach vollziehen. Ab 22 Uhr war Ruhe außer einer, der hatte wirklich schlimmen Husten und das über die gesamte Zeit. Ich hatte schlimmstes Mitgefühl… mit all den anderen Zeltern.

 

Meine ehrliche Meinung zum Campingplatz?

Der Campingplatz an sich ist sehr groß. Wie über all, viele Mobilhomes, dafür in die Jahre gekommene Sanitäranlagen, Pool und Weg. Wobei die Wege ja tendenziell egal sind.

Der Pool war für den Platz in der Preisklasse wirklich enttäuschend, absolut veraltert und nicht mehr zeitgemäß. Das Wasser eiskalt und milchig – frage mich wie das geht. Eine Dusche, aus der ein Rinnsal kam, Liegen kaputt, Zaun verrostet, gerissene Bodenplatten in denen Teile fehlen. Wenn man den Platz aufgrund des Pools kategorisieren würde, wäre es Kategorie „schlechtes Glückshotel“. Wir waren aber zum Surfen da!

 

Einkaufen, Märkte und Supermärkte

Ein Supermarkt befindet sich außerhalb des Platzes und ist un-sag-bar teuer. Der Supermarkt in Moliets übertrifft sogar Schweizer Supermarkt Preise. Es geht, um morgens Baguette oder Croissants zu kaufen, aber für einen Großeinkauf auf gar keinen Fall.

Dann müsst ihr das Auto nehmen. Super U, Spar, Leclerc sind die Namen der ortsansässigen Märkte. Das beste Preis-Leistungs Verhältnis und auch Auswahl hatten wir im Leclerc in Souston, ca 20 Min mit dem Auto. In Moliets selbst ist zwei Mal wöchentlich Markt, während der Hauptsaison Juli/August. Der Markt ersetzt allerdings nicht den Besuch im Supermarkt.

 

Sonstige sportliche Aktivitäten neben dem Surfen

Wir hatten Räder mit dabei und das war bei der Weite des Platzes perfekt. Die naheliegenden Wälder ein unglaubliches schönes Ziel. Das ist Natur pur, satt, grün.

In der Nähe des Campingplatzes gibt es einen Reiterhof Richtung Süden an der Strasse rechts. Wir waren nicht dort um das Reiten zu testen, aber man kann Unterricht buchen.

Die Nachbarjungs sind gerne in einen Abenteuer Kletterpark gegangen. Klettern was das Zeug hält und das mit Adrenalin. Der Name des Parks hält was er verspricht.

Für die Golfer unter Euch, es gibt einen Golfplatz mit 27 Löchern ganz in der Nähe. 5 Minuten würde ich sagen. Der liegt eingebettet in einem grünen Kissen aus Moos und ab und an stehen Bäume wie grüne Streichhölzer um das Green. Die Löcher 13-16 haben direkten Blick auf den Atlantik – ein absolutes WOW Gefühl. Nicht, dass ich aktiver Golfer wäre, aber mein ältester Freund, Golfer, sagte mir das.

Auf dem Campingplatz selbst wird Yoga, Wasserball, Gymnastik angeboten. Ich bin nicht der AnimationTyp und kann das Angebot des Platzes nicht einschätzen, aber es gibt was. Wobei Wasserball in dem Pool, naja.. lassen wir das.

 

Ausflugsziele -was gibts in der Nähe?

In der Nähe gibt es wirklich viel zu sehen. Hossegor, Biarritz, San Sebastian… Habt ihr bestimmt schon einmal gehört.

Hossegor – Surfer Head Quarter

Hossegor ist ein cooles kleines Städtchen mit ganz netten Cafés und Geschäften.

Wenn ihr auf dem Weg dorthin sein, müsst ihr einen Besuch in dem Surfklamotten Mekka östlich von Hossegor einplanen. Absolut crazy wie viel Läden dort sind.

Billabong, Rip Curl, QuickSilver… jede erdenkliche Marke und drum herum echt schöne Locations für einen Café oder köstliches Essen wie alle Arten von Bowls und organic ICE Cream. Es erinnert mich an Posts aus Australien – aaah ja das waren sie wieder die australischen Surfer…

Biarritz – eine französische Strandperle

Biarritz ist ein schnuckeliges Städtchen mit traumhaften Felsen am Strand.

Eine kleine sympathische Stadt mit Flair. Wir haben es ganz grob mit einigen Städten am Meer verglichen, aber alles in Kleinformat, dafür nicht weniger schön.

San Sebastián – die spanische Trendstadt

San Sebastián ist ca 1,5 Std von Moliets entfernt. Holà du bist in Spanien, laut, temperamentvoll, gewaltig und größer.

San Sebastián soll den schönsten Stadtstrand haben, aha dachte ich mir. Über die Brücke rechts gibt es den Strand für die Surfer und linker Hand den ruhigeren Stadtstrand neben dem Hafen. Das besonders coole an San Sebastián war, dass mitten in den Gassen neben den Anzug tragenden Geschäftsleuten immer mal wieder ein Surfer/in mit Board unter dem Arm barfuß an dir vorbei läuft.

Was mir besonders gefallen hat, war im Hafen rechter Hand die Meile der alteingesessenen Restaurants, puristisch, schön und sehr lecker.

 

Mein Résumé

Die Zeit verging irre schnell. Die Natur ist a-t-e-m-b-e-r-a-u-b-e-n-d schön.

Zum Surfen und Campen kann ich mir keinen näher gelegenen Platz am Strand vorstellen. Mir war der Platz nur aufgrund seiner Lage – direkt am Strand – zu teuer. Die Sanis gehören überholt und dann wie erwähnt der unsägliche Poolbereich.

Die Camper am Platz fand ich phänomenal und seeeehr angenehm. Wir kommen sicherlich wieder, auf jeden Fall an den Atlantik, aber im nächsten Sommerurlaub hätte ich gerne wärmere Abende ohne Mütze, Jacke und vielleicht die Chance auch mal am Strand den Tag über liegen zu bleiben ohne Flucht vor dem Wasser oder ihn einfach am Pool ausklingen lassen. Wie war das mit der Riviera?

 

 

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