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Mittelmeer Fähre mit dem Wohnwagen buchen? Wir haben Tipps…

Lesezeit: 6 Minuten

Fähre buchen – günstige Preise finden

Letztes Jahr haben wir gleich zweimal eine Fähre mit unserem Wohnwagen gebucht, ohne jemals vorher auf einer Fähre gewesen zu sein, geschweige denn mit einem Wohnwagen. Welche Erfahrungen wir gemacht haben und welche Tipps wir gerne weiter geben, haben wir für Euch zusammen gefasst.

Wir hatten recht früh im Jahr – Januar – die Überfahrten für den Sommer gebucht und waren über die Preise sehr erstaunt. Unsere Urlaubsziele waren Sardinien im Mai und Korsika im August.

Wie sich heraus stellte, kommt es wirklich auf jeden Zentimeter Länge des Gespanns an, wobei die Breite unseres Caravans gar keine so große Rolle gespielt hat. Für den Preis sind natürlich die Abfahrts- & Ferienzeiten, sowie Wochentag ausschlaggebend und auch der Abfahrtsort. Klar, die Länge der Strecke auch.

Aber das Beste war, dass unsere Stellplatz Nachbarn ihre Fähre eine Woche vor Abreise im August noch gebucht haben und damit ca. 250 € gespart hatten. Ganz klar ist auch, für den Preis der Überfahrt in der Ferienzeit kann man schon ganze Urlaube auf anderen Campingplätzen auf dem Festland verbringen.

Deshalb lässt sich einiges an Geld durch eine sorgfältige Planung der Reisetermine sparen, man muss nur ein bißchen flexibel sein. Alle Redereien berechnen ihre Tarife tagesgenau – viel Andrang bedeutet hohe Preise.

 

Gespannlänge online eintragen

Unser Gespann ist so ca. 12,80m lang, davon gehen 7,70 m an den Wohnwagen. Die kompletten Zugfahrzeug und Wohnwagen Daten (LxHxB + Gewicht) werden bei jeder Buchung abgefragt, taucht es nicht auf, habt ihr, wie wir beim ersten Mal, etwas falsch gemacht.

Irgendwann viel uns auf, dass unser Wohnwagen bei der Buchung fehlte, wir hätten schwören können…, konnten den aber zum Glück nachbuchen!

Bei der Buchung habe ich mehrere Abfahrtsorte in Betracht gezogen: Savona, Genua, Livorno und Civitavecchia und auch alle Fährbetriebe. Fährt man ab Genua spart man Benzin, Mautgebühren und Stress beim Autobahn fahren, das ist immer eine Abwägung wert!

Wir sind letztendlich nach Sardinien und Korsika beide Male von Livorno gestartet. Das machte die Anreise ein bißchen entspannter, weil die Fahrt in den Hafen zum Ablegeplatz der Fähre schon einem kleinen Suchspiel gleicht. Mann kennt es dann schon. Aber man erlebt trotzdem noch Überraschungen, später mehr.

 

Erste Buchung nach Sardinien – Moby Lines

Wir sind nach Sardinien/Olbia mit MOBY Lines gefahren. Auf dem Hinweg hatten wir eine Nachtfahrt und eine Tagesfahrt auf dem Rückweg. Auf beiden Strecken – ca. 6 Std. – hin und zurück hatten wir uns eine Außenkabine dazu gebucht.

Zum einen wollten wir entspannt bei der Nachtfahrt schlafen, ein Bad mit Dusche haben und zum anderen einen Rückzugsort für uns und unser Handgepäck haben. Die gebuchte Außenkabine war der Bringer mit dem Blick aus dem Bullauge auf das Meer.

Wie wir bei einigen Familien gesehen haben, gab es einen totalen Run auf die Sitzbänke und Sofas in den verschiedenen Restaurants, damit man dort noch einen Schlafplatz ergattern kann. Einige schliefen auch mit Schlafsäcken auf dem Boden in den Gängen.

Ehrlich war ich da um unsere Kabinenbuchung sehr froh. Jetzt könnte man denken, dass die Kabine exorbitant teuer ist, wir haben pro Fahrt 52 € für die Kabine bezahlt.

Ok , das ist Geld, aber das fand ich für schlafen im sauberen Bett, Duschen und etwas Ruhe einen absolut akzeptablen Preis. Ein absolutes Plus, die Kabinen waren beide Male bei Ankunft auf der Fähre bezugsfertig.

MOBY – ein riesiges Schiff, mehrere Decks, Restaurants & Bars, Kinderspielecke, Fernsehraum, Außendeck mit Bar und Pool  – bei Tagesfahrten und gutem Wetter geöffnet, Badekleidung nicht vergessen -. Der Service war tadellos, unsere Kabine sehr sauber und im Bad alles vorhanden, Handtücher, Duschgel und Fön.

Die Restaurants waren teilweise mit dem Ansturm unterbesetzt, Waren oder Getränke teilweise ausverkauft und natürlich überteuert, aber nicht unbezahlbar. Wer da sparen möchte, versorgt sich selber und/oder bucht vorab einen Verzehr-Voucher dazu. Das ist günstiger als vor Ort zu bezahlen.

 

Das Einschiffen bei MOBY für Sardinien

Es war unsere 1. Einschiffung und die Jungs von Moby wissen ganz genau was geht und wo noch Platz ist. Vertraut Ihnen, sie haben jeden Camper perfekt gelotst.

In den Moby Fähren, fahren die Camper als Erste in den Bauch des Schiffes, drehen hinten und stehen praktisch wieder Richtung Ausfahrt.

Das ist auch mit einem langen Gespann kein Problem. Lediglich beim Auffahren der Rampe zum Schiff ist nicht mehr allzuviel Bodenfreiheit unter dem Wohnwagen, schräges Auffahren hilft da.

Gut ist es, wenn man zu diesem Zeitpunkt schon das Handgepäck griffbereit im Auto hat. Wagen und Wowa abschließen und mit dem Aufzug nach oben. Das Tolle dann beim Ankommen ist auch, dass die Camper als erste zu Ihren Autos dürfen, da sie die ersten sind, die das Schiff verlassen -YEAH ein riesen Pluspunkt!

Zweite Buchung nach Korsika – Corsica Ferries

Wir starteten auch hier von Livorno mit Corsica Ferries, allerdings ging unsere Fähre sehr früh morgens.

Da erschien es uns als ein Leichtes direkt vor dem Fährterminal zu übernachten. Wir erreichten abends gegen 21 Uhr unser Ziel und mussten feststellen, dass ein Stehen am Terminal selbst nicht gestattet ist.

Somit standen wir auf der Zufahrtsstraße am Seitenstreifen zum Übernachten mit all den anderen Campern. Es wurde für uns eine grausige Nacht. Die Straße ist die Verbindungsstraße für ALLE.

Ständig knattert dir vom Geräuschpegel ein Lkw durch den Wowa. Es wird auch Nachts laut gesprochen neben, vor, hinter den Campern und die Polizei freut sich wie bolle, denn das Stehen für Camper ist nur auf ein paar wenigen Plätzen erlaubt, alle anderen bekommen einen Strafzettel, den man auch bezahlen sollte, bevor 4 Wochen um sind, da es sonst sehr teuer werden kann.

Unsere Empfehlung wenn eine Übernachtung bevor steht, fahrt ein paar Kilometer vor Livorno raus und übernachtet an einer Raststätte. Da gibt es frischen Cafe, etwas mehr Ruhe und keinen Strafzettel.

Die Fähre selbst war wesentlich kleiner als Moby, auch hier hatten wir eine Außenkabine zum Duschen und Ausruhen gebucht. Der Preis war ähnlich wie bei Moby.

Allerdings waren die Kabinen erst 30 Min. nach Ankunft auf der Fähre fertig, in den Gängen standen überall Dreckwäscheständer im Weg. In den Kabinen selbst waren trotz Buchung für 4 Personen, 2 Betten abgesperrt und zu wenige Handtücher da. Auch ein Duschgel oder Shampoo gab es leider nicht. Und das bei der Hin- und Rücktour.

Die Restaurants waren überfüllt, der Service aber etwas besser als auf der Moby. Auch hier lohnen sich Voucher im Vorfeld zu buchen. Es gab einen kleinen Kinderspielbereich, der aber eher auf elektronische Bezahlspiele setzt – schade. Die Bar auf dem Außendeck war besetzt, einen Pool gab es nicht.

 

Die Einschiffung bei Corsica Ferries für Korsika

Nun waren wir etwas erfahrener und das war bei der Besatzung des Schiffes auch gut. Man hatte nicht immer das Gefühl, dass sie wissen was sie tun, da die Camper mehrere Male rangieren mussten – vor, zurück, mal nach rechts, mal nach links.

Wenn die Fähren ausgebucht sind und das sind sie im Sommer, dann wird jeder Platz genutzt ohne dass noch eine Maus dazwischen passt. In der Summe manchmal anstrengend.

 

Unsere Erfahrungen

  • Preise und Hafen vergleichen, ebenso Abfahrtstage, Uhrzeiten, wenn man flexibel ist
  • Quick Check-In Buchungen braucht man nicht und kosten nur Geld
  • Moby Lines ist größer, professioneller bei der Einschiffung
  • wer eine Tagesfahrt hat und in den Pool springen möchte, sollte Moby buchen
  • Corsica Ferries ist kleiner und das Schiff betagter
  • mit Kindern können wir eine Kabinenbuchung wirklich empfehlen
  • für klaustrophob veranlagte Menschen empfehlen wir keine Innenkabine, die haben bekanntlich kein Fenster!!!
  • Fährgesellschaften geben teilweise bei Automobil Club Mitgliedschaften Rabatte auf den Fahrzeugtartif

Die Fährgesellschaften für Sardinien und Korsika

 

 

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