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Camping auf Korsika – du schöne, wilde Insel

Lesezeit: 8 Minuten

Lange konnte ich mir unter Korsika nichts vorstellen, ein bisschen französisch, aber dann doch korsisch. Eine wunderschöne Natur und tolle Strände. Viele Flüsse und Olivenbäume. Irgendwo im Mittelmeer sollte es sein. Für mein Empfinden zu weit weg mit dem Auto und zu nah zum Fliegen. Und dann waren wir da.

Korsika wir kommen!

Seitdem wir unseren Wohnwagen haben, bereisen wir Europa. Wir fahren dorthin, wohin uns die Laune trägt. Am liebsten plane ich natürlich gern im voraus wohin unsere nächste Reise gehen wird, wo wir gerne mit der Familie die nächste Sommerzeit verbringen möchte und fange das Recherchieren an. Denn schon mit der Planung steigt besonders meine Vorfreude.

Wir haben uns grob eine Route gesteckt und die Punkte raus gesucht auf Korsika, an denen wir unbedingt bleiben wollen. Mit einem Wohnwagen und Kindern, ist es schwierig jeden 2. oder 3. Tag weiter zu fahren. Und auch nicht mit meinem ganzen Garten, den ich mitschleppe. Also habe ich schon aus Deutschland Plätze reserviert. Wie sich heraus stellt, macht es Sinn, wenn man länger auf einem Platz bleiben möchte.

Unsere Fährfahrt nach Bastia – Korsika

Unsere Überfahrt haben wir von Livorno gestartet. Da kannten wir schon den Hafen und die Strecke über den Brenner an Florenz vorbei. Die Fähre ging morgens um 8 Uhr. Wir sind am Tag zuvor angereist und haben vor dem Fährterminal übernachtet. Das würde ich so nie wieder machen, da wir weder einen richtigen Platz hatten noch 1 Std Ruhe.

Rückblickend war es tatsächlich meine schrecklichste Nacht ever. Die LKW’s donnern unentwegt durch die Straßen und die italienische Polizei freut sich Falschparker aufzuschreiben und hat eine wahre Freude daran, sich laut unterhaltend vor die Fenster der Wohnwagen und Wohnmobilfahrer zu stellen. Sorry Leute, das ist saublöd. Unser Tipp: fahrt ein oder zwei Abfahrten vorher ab und sucht Euch einen Platz an den Tankstellen. Neben der Ruhe gibt es in der Früh einen anständigen Cafe und kein teures Ticket.

Die Fahrt mit der Fähre hat 4 Stunden gedauert bis Bastia. Wir hatten uns zu einem kleinen Aufpreis eine Kabine gemietet, um Duschen zu können. Die Einschiffung und Fahrt war chaotisch, unorganisiert und ein kleines Abenteuer. Das könnt ihr gerne hier nach lesen.

Angekommen auf der schönen Insel haben zuerst Palmen gesehen – wow. Unsere Fahrt dauerte 1 Std 20 Min an der Ostküste Richtung Süden. Der erste Stopp war bei Cervione. Ein kleinerer aber sehr feiner familiengeführter Campingplatz war unser Ziel.

Campingplatz Le Campoloro ****

Mit einer Karte in der Hand sind wir Mittags über den Platz gehechtet, um nach dem richtigen Stellplatz für unsere ersten Tage zu suchen. Der Platz ist wunderschön, weil er keine Parzellen im Üblichen hat. Manchmal steht auch ein Baum mittig auf dem Stellplatz. Schatten haben so gut wie alle Plätze und die Waschhäuser sind in angenehmer Entfernung.

Die 100 Stellplätze für Camper sind im oberen bis mittleren Bereich des Platzes unter wunderschönen Korkeichen. Zwei Waschhäuser sind auf dem Platz und die Entsorgungsstation befindet sich am Eingang des Platzes. Die Waschhäuser sind sehr sauber und gepflegt, das untere Waschhaus ist sogar komplett neu. Auch in der Hochsaison zu den Hochbetriebszeiten, gab es nur minimal Stau.

Die Poolanlage und die Bar

Selten haben wir so einen schön angelegten Pool gesehen. Es gibt drei Becken plus ein kleines Rutschen Paradies, sogar für Euch, wenn ihr gerne rutscht. Also ich habs geliebt, auch wenn ich anschließend meinen Bikini richten musste und meine Brille irgendwo am Boden des Pools lag. Ich hatte riesigen Spaß.

Um den Pool ist eine kleine Landschaft gebaut. Toiletten, ein minikleiner Shop, Eisverkauf, die Bar, Boulangerie für Baguette und Crepes, Waschmaschinen, TV Raum, kleine Animationsbühne und der Fitnessbereich mit Geräten.

Wer jetzt denkt, dass sei ein Anhäufung von Bretterbuden täuscht sich. Der ganze Platz ist geschmackvoll umgesetzt. Dort spielt sich das Leben des Campingplatzes ab, den ganzen Tag. Besonders die Animation am Abend hat mich alten Animationshasser abgeholt.

Kurze Geschichte dazu, ich bin mit meinem ersten Freund, gefühlt vor 100 Jahren, immer in die Aldiana Clubs gefahren. Er hat unterrichtet und ich durfte als Begleitung kostenlos mitfahren. Das wäre toll gewesen, wenn mich nicht immer wieder die Animateure an den Marterpfahl gebunden hätten, ich auf der Bühne zersägt wurde oder als Maskottchen der Kinderanimation hätte herhalten müssen. Seitdem stehe ich mit Animation auf Kriegsfuß.

Animation bzw. Unterhaltung

Die Parties und Shows des Animationsteams des Le Campoloro waren so genial, weil sie charmant perfekt waren und doch familiär. Jeden Abend gab es etwas anderes, so dass ich mit den Kindern und meinem Mann Abend für Abend die Show angesehen habe, Ratespiele mit gemacht haben und besonders die Tanzparties, die waren spitze. So viele tanzende Menschen und eine geniale Stimmung. Es gab uns zwischendurch das Gefühl wir wären auf einem Openair Konzert.

Der Strand und ein schönes Restaurant

Der Strand ist in dem Abschnitt der Insel ok. Es ist alles sauber, mal hier und da Algen, sehr weitläufig und teilweise keine Menschenseele. Den feineren Sand und türkisenes Wasser findet ihr weiter südlich, natürlich dann mit mehr Menschen.

Wir sind die totalen Strandgänger, sind aber in der Zeit meistens am Pool gewesen oder haben die Gegend erkundet. Es gibt Duschen am Strand und Abends die Möglichkeit ein Picknick an den Tischgarnituren zu machen. Oberhalb des Strandes sind einige Mobilhomes im Wald untergebracht und ein große Wiese zum Toben, Spielen, Kindsein.

Das Restaurant Le Campoloro, war rückblickend irre toll. Es liegt direkt am Strand. Die Besitzer sind unkompliziert und das Essen ist phantastisch. Die Behausung des Restaurants erinnert an ein thailändisches Strandlokal.

Wir waren am ersten Abend dort auf einen Sundowner an der Bar und zack sofort im Urlaubsmodus. Das Lokal ist für alle Menschen geöffnet, somit ist das Publikum bunt gemischt. Wenn ihr mal auf ein Strandfrühstück Lust habt, kann ich es Euch nur ans Herz legen. Morgens mit einem Cafe in der Hand, leichter Wind und der Blick auf das morgendliche Meer – wow.

Umgebung – Einkaufen & Freizeit

Es gibt kleine süße Örtchen in der Nähe, die zum Besichtigen einladen. Das Bergdorf Cervione hat ein paar Restaurants, eine tolle Kirche und beschenkt Euch mit einer tollen Aussicht. Nahe gelegen findet ihr auch eine Ölmühle, sie soll ein sehr leckeres Öl herstellen, wir hatten leider Pech und waren außerhalb der Öffnungszeiten dort. Supermärkte sind auch in unmittelbarer Entfernung.

Straßenfeste und Märkte

Die Märkte fand ich nicht vergleichbar mit anderen in Südfrankreich, dafür waren die Straßenfeste einmalig. Jeder Ort an der Ostküste hat 1-2 Mal in der Woche ein Straßenfest. Die Durchgangsstraße wird dann gesperrt und das Leben findet auf der Straße statt. Kinder und auch die Großen finden etwas zum Bestaunen. Süßigkeiten, handgefertigte Sachen, Bars… alles findet auf der Straße statt.

Raften und Gumpenspringen

Korsika ist für seine Flüsse und das Gumpen springen bekannt. Wer das vor hat, sollte ausgestattet sein mit Mückenschutz und Wasserschuhen. Manche Stellen sind auf Korsika gut erreichbar mit dem Auto und einer kleinen Wanderung. Über ein kleines Picknick freuen sich dann alle. Besonders an ganz heißen Tagen, ist ein Besuch der Gumpen eine erfrischende Idee.

Wenn ihr ordentlich Raften wollt, gibt es überall geführte Touren zu buchen. Den Tipp, den ich Euch mitgeben möchte. Versucht Gumpen zu finden, die in den Bergen sind. Immer wieder tauchen Berichte in den Zeitungen auf, dass sich in den unteren Bereichen der Flüsse Bakterien ansiedeln können, die Euern Urlaub schnell verkürzen können. Also lieber mehr in das Inselinnere fahren.

Stippvisite in den Westen der Insel

Ile Rousse

Die andere Seite wollten wir unbedingt sehen. Zeitig am Morgen sind wir auf die andere Seite gefahren. Von Cervione aus waren es ca. 1,5 Std. Durch die Berge an kleinen Dörfern vorbei, haben wir die Küstenstraße nach Ile Rousse genommen.

Ile Rousse hat einen wunderschönen Ortskern mit einem täglichen Wochenmarkt unter Arkaden. Kleine Geschäfte und Restaurants säumen die Gassen und unserer Meinung nach auf jeden Fall einen Besuch wert.

Strand und Beachrestaurant

Ein paar Kilometer Richtung Süden befinden sich neben wunderschönen Badebuchten auch immer wieder tolle Restaurants mit Blick auf den Strand und das türkisene Wasser. Ich sage Euch, die Augen sehen sich dort nicht satt. Das Essen ist überall sehr lecker und die Buchten zum Baden absolut sehenswert.

Wir waren in der Ghjunchitu Bucht mit angrenzendem Restaurant und Bar. Total schön.

Porto Vecchio und die Campingplätze

Unser zweiter Stopp war oberhalb von Porto Vecchio, genauer gesagt in Aleria. OK nicht ganz so weit entfernt vom ersten Platz. Das lag daran, dass wir keinen Campingplatz um Porto Vecchio fanden, wo unser Wohnwagen Platz hatte. Uns war das nicht bewußt, dass du mit 7,70m teilweise Probleme bekommst einen geeigneten Stellplatz zu finden. Porto Vecchio und der Hügel um die Strände Palombaggia und Santa Giulia haben zwar einige CP, aber alle sehr hügelig und man prophezeite uns Probleme den Stellplatz überhaupt zu erreichen.

Daher unser zweiter Platz in der Anlage Arinella Bianca *****

Der Platz hat den fünften Stern durch den Erwachsenen Pool Bereich bekommen. Ehrlich gesagt, haben wir den ein einziges Mal besucht. Denn so oft, lässt du deine Kinder dann auch nicht alleine. Der Platz ist groß, relativ viele große, neue Mobilhomes und ca. 100 Stellplätze.

Die Sanitäranlagen sind überholungsbedürftig, die Türen knallen unendlich laut zu und mir bleibt es ein Rätsel wie Stellplätze direkt daneben vermietet werden können. Noch dazu befinden sich die Müllcontainer auch dort. Netter Geruch und Glasflaschen knallen ja bekanntlich immer leise.

Pool- und Strandbereich mit Restaurant und Animation

Es ist überdimensional groß, die Bühne, die Bestuhlung, das Restaurant, die Bar.. Das Restaurant ist ein Selbstbedienungsladen. Die Bühne für die Animation ist gigantisch, ebenso der Sitzbereich für die Zuschauer. Am Abend ist es dort gerappelt voll. Manche mögen es, für uns ist das nicht die Erfüllung. Aber das kann jeder selber entscheiden.

Der Pool war überschaubar und Teile mit Kunstrasen ausgelegt. Für die Herren, es  wird wert auf die enge Badehose gelegt. Also keine Shorts. Lustig, wenn Frau merkt, dass sich die Herrenwelt sichtlich unwohl in den engen Hosen findet.

Der Strand ist schön, das Wasser seicht ein paar Verkäufer säumen den Weg zum Strand. Wer aber den Strand liebt, sollte sich ins Auto oder Fahrgefährt setzen und die Küste südlich abfahren.

Santa Giulia, Palombaggia und Bonifacio

Die Strände dort sind ein Highlight. Wir haben sie alle bei relativ viel Wind erlebt. Aber Palombaggia erinnert an den Es Trenc auf Mallorca mit zauberhaften kleinen Strandbuden, in denen auch Abends gegessen werden kann mit den Füssen im Wasser.

Santa Giulia ist um die Ecke. Der Strand erinnert uns an Bilder von den Seychellen rechts und links eingerahmt von tollen Felsen. Wer ein bisschen laufen möchte und kann, sollte auf jeden Fall den südlichen Bereich besuchen. Wir sind von den Felsen ins Wasser gesprungen, das Wasser ist glasklar und türkis.

Die Rondinara Bucht – kurz vor Porto Vecchio- ist rund, ansonsten ein normaler Strand. Der oben gelegen Campingplatz ist nett aufgebaut. Kleiner Pool, offene Stellplätze mit viiiiel Sonne. Bäume gab es auf dem Berg nicht so viele. Dafür war das Essen im Restaurant am Platz sehr lecker.

Bonifacio

Die Felsenstadt Bonifacio sollte man gesehen haben. Der Hafen mit den kleinen Geschäften – hier ein Tipp: das kleine Seifengeschäft Aux P’tit Bonifaciens hat tolle Produkte und ist ein dekoratives und wohlriechendes Mitbringsel aus dem Urlaub. Und die Oberstadt mit dem bunten Treiben. Ach schön wars.

Besonders beeindruckend ist es, wenn man von Bonifacio Richtung Osten fährt und von dort den Blick auf die Felsenstadt erhaschen kann. Hier ist ein Foto spitze fürs Familienalbum. Weiter auf der Straße befindet sich ein Strand bzw. eine kleine Insel, die man mit dem Boot erreichen kann. Ein tolles Erlebnis – wirklich.

Unsere Meinung?

Korsika mit dem Wohnwagen oder Camper? Ja, auf jeden Fall. Wir waren drei Wochen auf der wilden, schönen Insel und kamen tiefenentspannt zurück, im Gepäck viele wunderbare Eindrücke.

Achtung bei der Auswahl der Fähre. Vergleiche bringen auf jeden Fall nicht nur Ersparnisse, sondern auch Entspannung und eine angenehme An- und Abreise.

Wenn ihr mobil seid, könnt ihr viele schöne Ecken entdecken. Die Natur mit den Flüssen und Wäldern, alte Dörfer und Strände schenken Euch tolle Erlebnisse.

Wir werden auf jeden Fall wieder kommen.

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